Das Paradoxon von Geschmack und Gewohnheit

Der Mensch ist ein echtes Gewohnheitstier und ich bin gleich eine Gewohnheitsherde.

Von Kind an sind meine Geschmacksnerven und meine Mentalität zum Essen geprägt worden. So wie ich mich natürlich an schöne Dufte und Geschmäcker erinnere, so gibt es auch den Teil des Essens aus Verzweiflung, Langweile oder Ablenkung.

Nachdem bei uns alle immer unterschiedlich gegessen haben, ist mir das gemeinsame warme Mittagessen oder Abendessen nicht wirklich bekannt. Was ich aber kenne, ist die Jause, kaltes Essen hineinschaufeln. Oft im Stehen oder auf der Heimfahrt. Sehr unkontrolliert und immer mit schlechten Lebensmitteln.

Ich habe mich verliebt und meinen Lieben bekocht, die Kinder kamen und natürlich nur das Beste für sie. Aber bei mir kam es nicht an. Immer nach dem Essen hatte und habe ich Hunger. Und glaubt mir, nicht immer waren die Portionen klein.

Ich glaube mit fehlt dann diese völlig übertriebene Sättigung, die sich so angestopft anfühlt. Und die ist in meinem Körper eingeprägt.

Und dann hatte ich das Glück, dass mir Ayurveda zufiel. Ich finde die Theorie großartig, die Gewürze genial und das Erfreulichste: es schmeckt, es schmeckt richtig gut.

Ich habe Kochkurse gemacht, eine Entschlackungskur und  mein Gewürzregal ist topp ausgestattet. Ich habe für die Familie ayurvedisch gekocht und sie liebten es. Ganz ehrlich, noch nie hat mir Essen so gut geschmeckt.

Und dann? Dann kommen stressige Tage, das Gefühlsgleichgewicht kippt und alles ist beim Alten. Mit dem Unterschied, dass ich das gleiche esse wie zuvor, nur dass es mir nicht mehr schmeckt.

Aber? Ich esse es einfach weiter, egal ob ich genieße oder nicht. Es ist meine Gewohnheit, es ist mir bekannt.

Ist das nicht furchtbar? ich hoffe wirklich es geht nur mir so. Ich wünsche das niemanden.

Und jetzt beginne ich zu lernen. Langsam Schritt für Schritt. Es ist der hausgemachte Ayurvedische Frühstücksbrei in der Früh. Und dann schaue ich was der Tag bringt. Und er bringt mir jeden Tag mehr.

Wenn der Magen knurrt…

Grundsätzlich bin ich ja nicht so auf Fachliteratur gepolt. Und auf Gesundheitsfachliteratur schon gleich gar nicht. Ich handle mich so durch. Lese meine Ayurveda Skripten und lerne am Meisten bei den Kursen oder im persönlichen Gespräch.

Jetzt fahre ich aber leider täglich mit den Auto in die Arbeit und da habe ich das Hörbuch entdeckt! Und nachdem ich doch knapp 90 Minuten unterwegs bin, ist das Hörbuch spannend, da einiges weiter geht. Nach Mieses Karma 2, einen Thriller und einen japanischen Roman hat es mich nun doch noch in diese Richtung verschlagen. Gekauft (ich höre über Spotify) hätte ich es mir ja nicht aber so dachte ich mir, kann ich ja jederzeit stoppen, höre ich mir nun schon seit einigen Tagen „Darm mit Charm“ an.

Und es ist bedeutend interessanter als gedacht. Was mich vor allem fasziniert und daher ist es gut, dass ich es jetzt höre, ist, dass viele Dinge, Methoden oder Praktiken aus dem Ayurveda Sinn machen. So wird zum Beispiel über die Dauer des Verdauungsprozesses gesprochen und man versteht warum tierisches Eiweiß am Abend verboten ist.

Da geht es darum, wer für was zuständig ist und ich kann verstehen, warum ich trinken vor dem Essen soll und nicht nachher.

Und dann die Erklärung für die Abstände zwischen den Essen. Ja es erschließt sich mir. 4 bis 5 Stunden Pause, über Nacht mindestens 12. Alles ist richtig verdaut, erst dann kommt das NEUE.

Wahrscheinlich steht eh alles schon in hundert Büchern, die ich alle schon zumindest in der Hand hatte. Aber jetzt fügt es sich für mich einfach zusammen. Und auch Bücher passieren einem.

Aber eines habe ich sicher noch nie vorher gehört. Nämlich, dass das Knurren im Magen nicht Hunger bedeutet sondern nur, dass der Dünndarm leer ist und er endlich Zeit hat sich zu entspannen.

Ob ich mich beim nächsten Knurren auch entspannen kann? Aber das werde ich sicher nie vergessen.

Das Frühstück – so beginnt ein guter Morgen!

Ich bin überhaupt kein Morgenmensch. War ich nie. Werde ich auch nie werden. Und so wie ich den Morgen nicht gerne mag, so stand ich mit dem Frühstück eigentlich immer auf Kriegsfuß. Das ist soweit gegangen, dass wenn ich in der Früh gegessen habe, ich den ganzen Tag über Fressattacken hatte. Meine logische Folgerung war, das Frühstück zu streichen. Was dann passierte war auch nicht viel besser, ich hatte dann zu Mittag schon so großen Hunger, dass ich dann da richtig zu langte.

Mit der Auseinandersetzung mit dem Ayurveda habe ich dann einiges Neues kennengelernt und eine neue Sichtweise entwickelt.

Meine Art zu frühstücken war natürlich eine richtig Österreichische. Ein Semmerl mit Butter und Honig oder Marmelade. Das hat natürlich meinen Blutzuckerspiegel hinauf geworfen und beim Fallen habe ich immer Hunger verspürt. Beim nicht Frühstücken ist genau das Gegenteil passiert. Jedes mal hatte ich das gleiche Ergebnis: riesen Hunger.

Im Ayurveda gilt nicht die Weisheit, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit ist, nein im Gegenteil sie soll klein und leicht ausfallen. Vor allem für Kapha Menschen, also rundliche Menschen, wie ich es bin.

Im Ayurveda wird ja generell nur warm gegessen also auch zum Frühstück. Das ist schon einmal eine richtige Umstellung. Ein bisschen in Mode gekommen ist in letzter Zeit der warme Porridge. Man bekommt praktisch schon in jedem Geschäft fertige Mischungen.

Ich bin aber noch eine Stufe weiter gegangen und hab mir einen ayurvedischen Frühstücksbrei geholt. Tanja vom Ayurveda Naturladen macht den in zwei Geschmacksrichtungen selbst. Ich hab mich für Dinkel/ Mandel entschieden. Es gibt ihn auch noch mit Kokos Geschmack. Im Brei ist gemahlener Dinkel und Mandel gemischt mit einer feinen Anzahl an Gewürzen.

Ich darf euch sagen, ich liebe den Brei. ich koche ihn in der Früh mit einer pflanzlichen Milch auf, das dauert 2 Minuten, gebe noch ein bisschen Braunhirse und ein paar Rosinen dazu. Fertig. Ein bisschen auf peppen kann ich es noch mit einen selbstgemachten Rhabarber Kompott oder einem Chuttney.

Nachdem das wirklich schnell geht, koche ich es in der Früh, gebe es in Behälter die es warm halten und esse es zum Frühstück im Büro.

Für mich ist der Getreidebrei ein leichtes wärmendes Frühstück, das wirklich lange anhält. Ich genieße es täglich. Es tut mir gut.

Einfaches und schnelles Kochen

Ayurveda bedeutet nicht automatisch kompliziert. Das es ganz einfach gehen kann, möchte ich euch heute zeigen.

Wahrscheinlich geht es euch gleich wie mir, dass ihr nicht jeden Tag Lust habt ein ganzes Menü zu kochen. Und manchmal muss es auch einfach schnell gehen. Damit man dann nicht zu einem Fertigprodukt greift, möchte ich euch heute eine schnelle und leckere Variante von einem TOP – Ayurveda Mittagessen vorstellen.

Die Kombination Getreide und Gemüse geht immer und schmeckt richtig lecker. Wenn ihr Lust habt könnt ihr auch noch eine Portion Linsen dazu mischen.

Auf dem Bild seht ihr mein gestriges Mittagessen. Ich habe einen Kurkuma – Moong Dal – Gemüse Reis gekocht und Kohlrabi in Ghee gedünstet.

Die Mischung aus Getreide/ Hülsenfrüchte und Gemüse ist nicht nur einfach und praktisch zu kochen sondern schmeckt auch hervorragend und das aller wichtigste, es geht schnell und ist nicht aufwendig. Du brauchst dazu kein Rezept sondern orientierst dich einfach an den Kapha reduzierenden Nahrungsmittel und den sechs Geschmacksrichtungen.

UND SO GEHT´S:

Den Reis habe ich gedünstet und ein paar Gewürze dazugegeben, das waren der Kurkuma, Kreuzkümmel, Salz, langer Pfeffer oder einfach schwarzer Pfeffer, Chilipulver und Asfötida. Die Gewürze und einen klein geschnittenen Zwiebel in Ghee anrösten, den gewaschenen Basmatireis und die Moong Dal Linsen dazu geben, mit Wasser aufgießen und mit den kleingeschnittenen Karotten dünsten. Kurz vorm fertig werden die tiefgekühlten Erbsen dazugeben. Das war´s.

Den Kohlrabi schälen und in mundgerechte Stücke schneiden, das Ghee heiß werden lassen, Ajwan oder Thymian anrösten, den Kohlrabi dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und dünsten.

Schön anrichten. Die Menge entspricht zweier Hände, die man zusammen gibt. Und nun genießen.

Diese Vorgehensweise ist einfach und immer anwendbar. Ihr könnt alles austauschen, das Getreide, die Hülsenfrüchte,  das Gemüse, die Gewürze – einfach so wie ihr Spaß daran habt. Und dann schmeckt es auch immer anders und wird nicht fad.

Viel Spaß beim Kochen und Genießen!

 

Wie koche ich richtig?

Wenn man so wie ich Übergewicht hat, dann ist es laut Ayurveda eine Störung von Kapha.  Kapha ist dieser Typus Mensch, der ein bisschen oder ein bisschen mehr rundlich ist, nicht unbedingt zu Sport neigt und wahrscheinlich sein Leben lang eher Gewichtsprobleme haben wird.

Ich danke herzlich meiner persönlichen Kapha Konstitution dafür, dass sie auch aktuell so stark und intensiv ausgeprägt ist. Um Kapha zu reduzieren sollte ich scharfe, bittere und herbe Lebensmittel essen. Scharfe Lebensmittel sind zum Beispiel Zwiebel, Radieschen, Knoblauch, Schnittlauch und natürlich Chilli. Bei bitteren Lebensmitteln handelt es sich um Spargel, Oliven, Rhabarber, Oregano und Rucola. Nüsse, Beeren, Brokkoli und Buchweizen sind herbe Vertreter.

So und wie gehe ich jetzt damit um?

Ganz unbedingt nach Rezepten und Menüvorschlägen kochen, funktioniert nicht. Und heute ist der Geburtstag meiner Tochter, da stellt sich dann immer die Frage für mich, ob ich für mich auch noch extra Kochen soll?

Nein, das mache ich nicht. Ich adaptiere Gerichte, dass sie zu meiner vorgeschlagenen Ernährung passen.

In unserer Familie, darf sich jeder und jede ein Geburtstagsessen wünschen, dass ich dann koche. Meine Tochter Emma hat sich gestern  ein Brathenderl mit Bratkartoffeln gewünscht.

So, das Essen ist jetzt einmal typisch österreichisch und nicht ayurvedisch. Und das werde ich jetzt ändern. Ich muss meiner 3 Geschmäcker verstärkt einbringen und süß, sauer und salzig nur dezent einarbeiten, sollen aber vorkommen.

Beginnen wir mir dem Fleisch. Bei meinen Nahrungsmitteln kommt Huhn nicht vor aber Pute. Das kann ich nicht ändern, dass wird ein Problem bleiben. In Österreich wird das Hühnchen mit einer Mischung aus Öl, Paprika, Pfeffer, Salz mariniert. Das passt grundsätzlich gebe ich aber noch Thymian (bitter), Fenchelsamen (herb) und Chillipulver (scharf) und für den Geschmack noch ein bisschen Rosmarin, Galgant und Asafötida (das schmeckt nach Knoblauch und ich liebe es) dazu. So jetzt habe ich zwar das falsche Fleisch aber es ist scharf, bitter und herb gewürzt.

Die Bratkartoffeln sind erneut schwierig, da Kartoffeln in meiner Liste überhaupt nicht vorkommen. Daher werde ich heute ganz wenig davon essen und ein Kapha Churna darüber geben. Kapha Churna ist eine Gewürzmischung, die Lebensmittel mit zu viel süß, sauer oder salzig Anteil neutralisiert. Es ist eine Gewürzmischung, die mir schmeckt aber das ist wie immer Geschmackssache.

Als Beilage gibt es einen grünen Salat mit frischen Radieschen. Der grüne Salat ist bitter, die Radieschen sind scharf und wenn ich den sauren Essig mit ein bisschen Honig verbessere anstatt mit Zucker, dann habe ich herb auch noch eingebaut. Der Salat wird immer erst nach der Hauptspeise gegessen, da kann die Verdauung leichter arbeiten.

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen zeigen, wie ayurvedische Küche in meiner bekannten Heimatküche zu integrieren ist. Am Anfang muss man schon einiges Denken aber es wird immer leichter und ihr werdet merken, dass gekochte Speisen, die alle 6 Geschmacksrichtungen integriert haben, einfach harmonischer und besser schmecken.

Viel Spaß beim Austesten!

 

 

 

Mit Hypnose geht alles noch ein bisschen leichter!

Nein, ich werde dem Ayurveda nicht untreu. Nein, ganz im Gegenteil. Um besser und vielleicht auch ein bisschen leichter mich dem Thema zu nähern und es umzusetzen habe ich mir eine Unterstützung gesucht.

Renate ist ein diplomierter Hypnosecoach und ich habe sie über die Grazer Wunderweiber kennengelernt.

Was erwartet mich in einer Hypnose? Also ich bin noch nie beim Fingerschnipsen umgefallen und wusste nicht wie mir war. Nein, das habe ich nicht in der Hypnose erlebt.

Was ich erlebt habe, war unglaublich viel Einfühlungsvermögen, eine ganz tiefe Entspannung und dazu Texte die mir halfen Themen, die mich belasteten zu bearbeiten.

Das Thema Abnehmen war natürlich immer dabei aber es geht auch um Selbstliebe, einmal ging es um alte Verletzungen, um das Annehmen des Körpers und alles was sich so bei mir gemeldet hat, wenn ich es wieder einmal nicht ertragen habe meinen Körper zu spüren und ich es mit Essen abgetötet habe.

Zwischen der Hynosetherapeutin und dir muss meines Erachtens ein Vertrauen herrschen, denn dann kann die Hypnose tief gehen.

Es muss nicht dafür sein, dass ich Angst hätte, etwas suggeriert zu bekommen, das ich nicht möchte. Nein, davor braucht man keine Angst haben, den auch wenn der Körper entspannt und oft äußerst müde ist, dein Geist ist stets hell wach und nimmt das an, was für dich wichtig ist.

Diese Unterstützung mit Hypnose ist für mich so wichtig, weil sie einfach mein Unterbewusstsein schärft und intuitive Handlungen unterstützt.

Und ganz einfach, diese Zeit bei Renate, ist für mich auch ein vollkommenes Ausbrechen aus meinen Alltag. Es ist absolute Ruhe und ein komplettes Sein mit mir alleine.

Schon alleine das zahlt sich aus.

Ich kann Hypnose als Unterstützung, tun muss man immer selber, absolut empfehlen. Aber sucht euch einen Menschen, der euch hypnotisch unterstützt mit dem ihr könnt und nicht einen den es zufällig gibt.

 

Der Ernährungsplan für Abnehmen mit Ayurveda

Im Ayurveda werden die Menschen in drei Typen – drei Doshas eingeteilt. Die heißen VATA – PITTA – KAPHA und beschreiben unterschiedliche Konstitutionen.

Der VATA Typus ist dünn und schlaksig und wird sein ganzes Leben nie wirkliche Gewichtsprobleme haben.

Der PITTA Typus hat eine sportliche Figur, es ist alles gut und gleichmäßig verteilt. Er haben ein gutes Verdauungsfeuer, deshalb hat er auch eine gute Figur!

Der KAPHA Typus ist der Rundliche in der Runde. Er ist gemütlich, lehnt Sport eher ab und das Verdauungsfeuer ist schwach. Ein Kapha Mensch wird sein ganzes Leben mit seinem Gewicht hadern.

Natürlich sind wir Menschen nicht reine Kapha oder Pitta Typen. Meist sind wir eine gute Mischung.

Ich zum Beispiel bin ein Kapha – Vata Typ. Das Kapha ist stark erhöht und das Vata kommt nur dezent vor, aber ich kann es spüren.

So, nun weiß ja schon jeder, dass ich stark an Übergewicht leide. Im Ayurveda sagt man, dass Übergewicht immer eine Kapha Störung ist. Naja – das passt.

Um eine Kapha Störung auszugleichen soll ich Kapha reduzierende Nahrung zu mir nehmen. Das sind Lebensmittel aus den Geschmacksrichtungen scharf, bitter und herb.

Ich habe einen Kapha Überschuss und nur Lust auf Süßes. Süßes aber erhöht Kapha weiter und wirkt daher immer stärker und die Lust wird immer größer.

Also mache ich mich auf den Weg, meine Nahrungsmittel umzustellen.

Gestern Sonntag habe ich einen Rhabarber Strudel gebacken und der war fast richtig.

Rhabarber ist sowohl bitter als auch herb, für den scharfen Geschmack hab ich ein bisschen Ingwer und Chili dazugegeben. Und den Teig habe ich aus Dinkelmehl gemacht, dass wäre besser mit Buchweizenmehl gewesen, den das ist auch herb. Aber mach mal einen Strudelteig aus Buchweizenmehl, ich finde es war mit dem Dinkel schon hart an der Grenze.  Also nicht alles richtig aber alle Geschmacksrichtungen, die ich brauche integriert.

Der Strudel hat super geschmeckt und ich hatte danach und den restlichen Tag keine Heißhungerattacke. Ich habe noch keine Gewohnheit im Umgang aber ich weiß, es funktioniert.